Das große Heizen oder wieso tue ich mir das an?

von Mulles am 17.05.2017 / in Berichte: Törns, Reparaturen und mehr
1

Die Wahl des richtigen Heizlüfters…zwischen Theorie und Realität

Mittwoch 5. April 2017

Die Sonne scheint..nicht..die Frisur sitzt (ja klar bei 7 mm Haarlänge ja auch keine Leistung). Nach 3 Nächten im Hotel mit allem Schnickschnack, hatte ich die (Ironie an) grandiose Idee (Ironie aus) auf dem Boot zu übernachten. Ich hatte nämlich festgestellt dass Walhalla eine Webasto Standheizung hatte (sie hat sie immer noch aber eher als Zusatzgewicht…später dazu mehr) und war voller Hoffnung einen schön temperierten Innenraum zu haben.

Da es bei mir doch meistens neben Plan A einen Plan B gibt, hatte ich einen doppelt isolierten Schlafsack dabei und einen kleinen 500 W Heizlüfter von Einhell (man weiß ja nie). Nun ja, die Standheizung hatte sich wohl an die Rente gewöhnt und keinerlei Interesse an einer neuerlichen Auseinandersetzung mit dem Kollegen Diesel. Lange Rede kurzer Sinn: nach Rücksprache mit Webasto, hatte die Gute ihr Lebensende erreicht und müsste, ach Wunder, ausgetauscht werden…naja…vielleicht nächstes Jahr. Irgendwie hatte ich es doch fertig gebracht ihr den letzten Funken zu geben und einige Tropfen Diesel zu gönnen denn der Rauch, der aus dem Auspuff kam, sorgte für Aufsehen und Missgunst am Steg. Ist immer wieder ein Wunder, dass dann auf einmal Köpfe aus Booten herausschauen, bei denen man nicht mal mitbekommen hatte, dass jemand an Bord war.

Also musste der Heizlüfter ran. Ich hatte schon gemerkt dass dieses Teil klein war aber beim ersten Gebrauch, kamen mir die ersten Zweifel an meiner Wahl auf…nein es heizt super doch es war eher so wie Suppe mit einer Gabel essen. Meine Walhalla hat jetzt unglücklicherweise nicht die Isolierung eines Hauses mit Energiepass A und so wurde die warme Luft wohlwollend, ohne großen Umwege von der Kälte bezwungen.

Es gibt so Momente, da bestätigt sich dass ein Plan B nicht umsonst „nur“ B ist und nicht A…und man sich fragt was Plan B+ sein könnte. Mein Plan B stellte sich sehr schnell als beschissen heraus denn zu der ungenügenden Heizleistung, kam das Fehlen eines Thermostaten dazu. Ich wollte das Risiko einfach nicht eingehen das Teil die ganze Nacht laufenzulassen denn Brennbares gab es im Boot genug.  Nun, nach 3 Nächten in angenehmer, kühler Atmosphäre mit morgendlicher 9 Grad Innentemperatur, fasste ich einen Entschluss. Jetzt wird geklotzt und nicht gekleckert.

Resultat: Ein Einhell Bad Heizstrahler mit 2000 W mit Thermostat wurde an eine Trennwand angeschraubt und seitdem fühle ich mich an Bord wie Gott in Frankreich…gut…nicht ganz denn einen Rotweintank hat das Teil nicht aber dafür zu jeder Zeit eine angenehme Temperatur. Man merke: kleine Heizlüfter sind nicht umsonst für kleine Räume gedacht und schon gar nicht für nicht-isolierte Stahlboote, bei unter 7 Grad Aussentemperatur, die dann noch im kühlen Ijsselmeer liegen.

Eigentlich brauch ich dann doch keine Standheizung mehr…mal schauen…nächstes Jahr.

Mulles

1 Kommentar

  • Nik says:

    Hallo Mulles,
    mit den 500Watt kannst du dein Boot nicht warm bekommen. 1800Watt hätten aber schon gereicht um friedlich zu schlafen. Bevor du dir jetzt weitere Gedanken um den nächsten Winter machst solltest du erstmal über den Sommer nachdenken. Die Wärme die dir im Winter fehlte wird dir der Sommer zurück geben. Jetzt also erstmal über Kühlung nachdenken 😛
    Gruß Nik
    PS Vielleicht einen großen Kühlschrank kaufen und die Tür aufstehen lassen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.