Einkranen nach dem Winter

von Mulles am 14.05.2017 / in Berichte: Törns, Reparaturen und mehr
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Die besonderen Fahreigenschaften eines Stahlbootes (wenn man nicht darauf vorbereitet ist)

Montag, der 3. April 2017. Yachthafen It Soal in Workum.

Es war soweit…Walhalla sollte eingekrant werden an einem, sagen wir mal, doch sehr beschaulichen, kalten Vorfrühlingstag in Friesland. Ich war sehr aufgeregt, war ich doch erst seit ein paar Tagen im Besitz der alten „Dame“ und hoffte mal alle möglichen Seeventile gefunden und geschlossen zu haben. Der absolute GAU wäre doch ein Wassereinbruch mitten im Hafenbecken gewesen; die gute Nachricht vorneweg, es blieb mir erspart. Nachdem der Mast gestellt war und das schier unendliche Knäuel aus Vorder- und Achterstag gelöst war, sollte Walhalla von ihrem neuen Skipper an ihren Liegeplatz gebracht werden.

Denkfehler Nummer 1: das Rückwärtsfahren mit einem 4,5 Tonnen Langkieler samt Innenborder ist doch grundsätzlich anders als mit einem 1,3 Tonnen GFK Boot mit Aussenborder. Diese Erkenntnis kann ich bestätigen nachdem ich, wie ein blutiger Anfänger, seltsame Pirouetten beim Ablegen hingelegt habe. Meine anfänglichen Zweifel an der Fahrbarkeit des Bootes wichen doch sehr schnell meiner fehlenden Praxis.

Denkfehler Nummer 2: der Angstschweiß wich so langsam von meiner Stirn und mein Liegeplatz kam langsam näher, Leinen waren vorbereitet, alles Bestens. Denkste…wieder machten mir die physikalischen Grundelemente einen Strich durch die Rechnung: Wind+Strömung+Masse/Fläche unter Wasser+alleine an Bord= wird nix. Sagen wir es mal so: Idee gut, Umsetzung naja, Resultat in Ordnung auch wenn der Ablauf nicht optimal war.

 

Die Moral von der Geschichte: wenn man so alleine auf dem Boot ist, kann man wenigstens nach Herzenslust fluchen und später über seine Fehler schmunzeln. Diese Erfahrung wird mir niemand mehr nehmen.

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